Das Talent, Talente zu entdecken – die wichtigste Fähigkeit für ein modernes Personalmanagement


| Dr. Bernhard Rosenberger, Partner |


Marktschätzungen zufolge betreibt nur jeder dritte DAX-Konzern Talentmanagement im Sinne eines systematischen, durchgehenden und wiederkehrenden Prozesses zur Entwicklung von Nachwuchsführungskräften. Im Mittelstand ist der Vergleichswert wohl noch deutlich geringer. Warum kommen die Firmen nicht in Bewegung? Oft fehlt die Motivation im Top-Management. Dabei ist Talentmanagement nicht nur ein HR-, sondern ein systemisches Thema.

Im Beirat des Onlinemagazins „TalentManagement“ haben Experten zusammengetragen, womit Firmen erfolgreich sind. Optimistisch stimmt, dass sich inzwischen viele Vertreter der Führungsetage der Notwendigkeit einer systematischen Talentsuche und Talententwicklung bewusst sind, auch im Mittelstand. Die Unternehmen spüren den Fachkräftemangel und die Alterung der Gesellschaft, doch meistens muss ein Missstand erst richtig wehtun, bevor die Suche nach einer Lösung beginnt. Immer mehr Unternehmen erarbeiten ein Kompetenzmodell – eine Art Anforderungskatalog für künftige Fähigkeiten von Mitarbeitern und Führungskräften. Außerdem sind in Firmen neben der Führungskarriere jetzt häufiger Alternativen wie Fach- und Projektkarrieren vorhanden.

Woran hakt das Talentmanagement? Oft wird nicht sauber definiert, was ein Talent ist. Nach Ansicht der Experten ist die Personalabteilung zu stark mit Administration und zu wenig mit Strategie befasst. Noch größer sind die Lücken in Bezug auf das Talentmanagement bei den Führungskräften in den Fachbereichen. Sie können oft nicht zwischen Leistung und Kompetenz einerseits und Kompetenz und Potenzial andererseits unterscheiden. Stehen Auswahlverfahren oder Beförderungen an, dann machen sich Führungskräfte häufig kaum Gedanken über die „Verlierer“ solcher Entscheidungen. Das beginnt mit der richtigen Kommunikation.