„Design Thinking“: Was ist das Problem?


| Martina Schmid, Senior-Beraterin |


An meinem Kühlschrank klebt ein Magnet, auf dem steht: “Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem.“ Dieser Spruch beschreibt ziemlich gut den Ansatz von „Desing Thinking“.

Design Thinking ist ein kreativer Prozess zur Ideenfindung, der sich zunächst mit dem Problem beschäftigt. Das war für mich neu, denn mein bisheriges Vorgehen war immer, möglichst schnell eine Lösung zu finden. Das ist auch die typische Vorgehensweise in Meetings: “Lassen Sie uns mal ein Brainstorming zu möglichen Lösungsansätzen machen.“ Es werden dabei ganz viele Ideen produziert, die dann irgendwie im Sande verlaufen und nicht umgesetzt werden.

Durch die Arbeit mit Design Thinking habe ich gelernt, dass meine Lösungen nur dann gut werden können, wenn ich das Problem verstanden habe. Der Design Thinking-Prozess beginnt also damit, im Team ein einheitliches Verständnis des Problems (Fragestellung, Projektauftrag...) zu schaffen. Vielleicht denken Sie als Klient jetzt: „Na, was kann denn an meinem Projektauftrag so schwer zu verstehen sein?“. Meine Antwort wäre: „Lassen Sie uns das mal anschauen“, und bei der Bearbeitung Ihres Projektauftrages mit einer Methode aus dem Design Thinking würden Sie feststellen, wie viel daran doch noch unklar ist.

Beim Design Thinking entscheide nicht ich als Beraterin darüber, ob mein Lösungsansatz gut ist, sondern der Klient, für den ich ihm umsetzen soll. Und ganz ehrlich: Das Feedback tut manchmal weh. Dann heißt es „Kill your darlings“. Wir glauben als Berater oft zu wissen, was gut für die Anderen ist – aber wissen wir das wirklich? Befriedige ich mit meiner Lösung nicht eher meine Bedürfnisse als die des Nutzers? Hier hilft uns der strukturierte Prozess des Design Thinkings, denjenigen, für den die Lösung sein soll, nicht aus